Donnerstag, 23. April 2015

NSC-Gedöns



Für einen NSC-Einsatz auf einer Con in Thüringen am vorletzten Wochenende hab ich spontan noch einen Überwurf, einen Buckler und einen Rabenschnabel gebaut. Ich hab einen Räuber gespielt, hat also gut gepasst. Das "Ehre dem Grafen!" war so, wie ich mir meine gelegentlichen Wald-und-Wiesen-Fantasycons wünsche. Low Fantasy, realistischer Plot, schönes Gelände (Thüringer Wald bei Gotha), angenehme SCs mit konsequentem Charakterspiel, keine Gewandungs- und Spielausfälle, weitestgehend gutes Wetter, eine nette und eifrige NSC-Truppe unter meinem Kommando, epischer Tod am Ende. ;)

Der Überwurf ist ein wenig einigen Klamotten aus Game of Thrones nachempfunden, irgendwie eine Mischung aus dem Waffelpiqué des Nordens bzw. der Tunika von Bronn (hier auch schon von Mimin nachgeschneidert) und den Greyjoy-Klamotten. Die Schnitt ist einfach nur eine ärmellose Tunika aus Baumwollmolton, darüber eine ärmellose Tunika aus besagtem (Baumwoll-)Waffelpiqué. Super toller Stoff übrigens, nur schade, dass es Baumwolle ist - das zieht so unangenehm viel Feuchtigkeit. Man beachte: der Ausschnitt des Molton-Teils hat den typischen überlappenden Schnitt mit Bändchen wie viele Klamotten in Westeros. Beide Stoffe sind mit Simplicol Textil gefärbt, in schwarz, mit mehr als der angemessenen Menge Stoff, was ein schönes Graublau ergab - meine Wunschfarbe und das, was üblicherweise bei Schwarz von Simplicol rauskommt, wenn man zu gering dosiert, was ich mir gern zunutze mache.

Großer Fokus lag auf der Verranzung.
1. aufrauen mit Brotmesser, Drahtbürste und Co.
2. leichtes Abbürsten mit verdünnter Bleiche, Acrylfarben-Wash aus Braun und Schwarz an Säumen und relevanten Stellen
3. krustige Blut- und Dreckflecken aus unverdünnter Acrylfarbe. Die Schlammflecken und -spritzer sind tatsächlich Acrylfarben in einem hellen Braunton (60/30/10% in weiß/braun/gelb), die ich grob aufgetupft hab. Blut ist grob 70/25/5% rot/braun/schwarz.
4. Schwarze Schuhcreme von Erdal als Generalverdeckung obendrüber, mit einer feinen Schuhbürste eingerieben. Toller Effekt auf dem Piqué- und riecht gut. ;)




Bambusschalen-Buckler
Ich wurde schon wiederholt danach gefragt, daher hier eine Anleitung.
Grob hab ich die Idee von dieser Seite übernommen, wollte sie aber larptauglich machen. Ich hab dann sogar zufällig noch genau so eine Schale bei mir gefunden (in der kleinen Variante) und konnte nicht an mich halten, es gleich auszuprobieren.
1. Optional: Man kann eine Aussparung für den Buckel einschneiden. Geht sehr einfach mit einem Cutter.
2. Schale abschleifen und Kanten abrunden, Griff anpassen (und schon mal Leder fertig drumkleben, geht später nicht mehr so einfach)
3. Innenseite mit preiswertem Stoff ausleimen, für mehr Stabilität. Ich hab eine alte Mytholon-Baumwolltunika zerschnitten und mit Pattex gearbeitet.
4. Griff einschrauben/einkleben
5. Hauptschicht Schaumstoff vorn kleben und an den Kanten angemessen abrunden
6. Latexen oder mit Leder/Stoff bekleben (Pattex). Ich hab ein dünnes Hirschleder in einem gräulichen Antikbraun gewählt und es hinterher schön gefettet.

TADAAAA! Fertig ist der billige, kleine Buckler aus einer billigen IKEA-Bambusschale. Wenige Stunden Arbeit, bisher war er auch stabil genug. Im Gegensatz zur gelatexten Variante gleiten die Waffen am Leder gut ab, was den Kampf damit ganz komfortabel macht. Der Durchmesser liegt bei 31 cm.





Rabenschnabel
Tja, ein kleines, gemeines Rabenschnäbelchen halt. Nur knapp 50 cm lang, Sandwich-Bauweise, gelatext mit Pinseln und Schwämmchen, altes Couchleder (danke, Lennart ;) als Griffwicklung. Ist, bis auf den Schnabelteil (zu pickelig), ganz gut gelungen, find ich. Auf jeden Fall hatte ich Spaß damit und freu mich, mal eine Waffe in wirklich realistischen Maßen hinbekommen zu haben.

Vorbild für den Rabenschnabel aus "Chivalry"




Die Gesamtkombination sah dann beim Einsatz auf dem EdG so aus.


1 Kommentar:

Frenja Einarsdottir hat gesagt…

Ich mag deine Verranzungen :D