Samstag, 28. November 2015

Zur Werkstatteinweihung...



... ein paar Kleinigkeiten, die eigentlich schon seit langem fertig sein wollten. Ein paar Nadelspielereien mit Birne, Walnuss, Blutpflaume und - ich glaube - Padouk und ein Messer, das seit einem Jahr auf seine Fertigstellung wartet.
Ich bin vor einem Monat umgezogen und hab lang nix gewerkelt, also hab ich mich umso mehr darüber gefreut, endlich mal wieder was tun zu können, jetzt, wo das Werkstattzimmer eingerichtet ist. *freu*

Klinge: Nanus Carbon 77, Hammeroptik, 7,7 cm lang
Griff: Erlenholz mit 2 mm Messing- und Lederscheiben, leicht poliert
Gesamtlänge ca. 21 cm

Mag die Hammeroptik der Nanus-Klinge extrem gern. Sie war mit Schmiedehaut belassen, ich hab sie aber für einen Stonewash-Effekt halb abgeschliffen, weil ich auf den Look steh, sieht man hier nochmal besonders gut.



Montag, 9. November 2015

Ab in den Norden und auf nach Haithabu!

Ich sach: Moooin!

Ich befinde mich jetzt tatsächlich in der glücklichen Situation, in eine Stadt ganz in der Nähe des schönsten Wikingerdorfs gezogen zu sein, bin also jetzt im Norden beheimatet. Pünktlich dazu wurden Abschluss und Führerschein fertig, also mal sehen, was die schönste Stadt an der Förde für mich noch bereit hält.

Um das zu feiern, gab's natürlich gleich einen Ausflug nach Haithabu, denn es war ja mal wieder Herbstmesse. Geshoppt wie verrückt und den mitgenommenen Freunden Funde und Ausstellung genauer erklärt, schön am Ufer des Noor gesessen und aus der frisch gekauften Birkendose den Lieblingskäse gesnackt, Beine und Seele baumeln gelassen.

Ich freu mich unglaublich auf meine Zeit im Norden und die örtliche Szene! Hoffentlich endlich mal nicht nur mit LARP-Kampf, sondern auch mal mit Blankwaffen. Dabei freue ich mich besonders auf Kontakt mit dem Projekt Eisenwald.

Ein Panorama vom Steg aus

Neue Birkendose <3

Am Noor




Dienstag, 8. September 2015

Epic Empires 2015 - Davor, dabei, danach

Das Zwergenviertel Neu-Ostringens - Bild von mir.

Das EE 2015 ist jetzt seit einem Monat vorbei und es war mal wieder eine Erfahrung, die ihresgleichen sucht. Für mich persönlich bisher das ereignisreichste, kampflastigste und beste EE von den dreien, die ich besucht habe. Zur Info für Uneingeweihte: das Epic Empires ist die drittgrößte Con in Deutschland, 1000 bis 1500 Besucher jedes Jahr im August, findet auf dem Utopion-Gelände in Bexbach, Saarland, statt. Die Besonderheit: eigenverantwortliches Spiel, härtere Kampfregeln, viele große Schlachten, alle Spieler müssen sich an Gewandungsrichtlinien halten.

Als Organisator eines Stadtviertels der Intime-Stadt Neu-Ostringen hatte ich natürlich die Wochen und Monate vorher alle Hände voll zu tun, um Dinge wie Lageraufbau und -ausstattung, Plot, Kommunikation, Spieleranmeldungen usw. zu regeln, was leider wenig Zeit für Neuerungen an meiner eigenen Zwergenklamotte ließ. Dennoch konnte ich ein paar Dinge erneuern bzw. hinzufügen, so z.B. meine Einhandaxt komplett remodeln, einen stichfähigen DSA-inspirierten Wurmspieß und eine Kettenhemd-Unterfütterung mit Schnürung basteln oder aus Kanekalon eine komplette Kunsthaar-Pracht mit dicken Zöpfen erstellen. Eine neue Gürteltasche gab's auch noch.



Einige Highlights des EE sollen aber nicht unerwähnt bleiben:
- das viele Plotspiel mit meinen IT- und OT-Freunden 
- Um Mitternacht mit 30 Mann das durch den Wald anschleichen und das Orklager stürmen. Adrenalin bis Unterkante Oberlippe! Wurde leider etwas problematisch durch Fehleinschätzungen der Kampfhärte - auch ich bekam ordentlich was ab - war aber an sich eine geile Idee.
- End-Endschlacht/Dritte Halbzeit mit dem Imperium und den Elben
- Endschlacht-Duell mit einem Ork - hart und fair, schön anzusehen und spaßig.
- Das Chaoslager korrumpierte das Lager der Krone komplett und zog marodierend über das Gelände und schleifte mehrere Lager. Zu dem Zeitpunkt hatte ich Ritualwache, wir erwarteten sie jeden Moment und es ging mir schon ein Achterl Lulu in die Bux, wie der Mimin sagen würde. ;)
- Abschlussparty mit den Wikingern der Traefjord-Sippe - Geschichten erzählen, Hörner leern, singen, ums Feuer tanzen und ein Theaterstück der Antike aufgeführt bekommen (mit einer Besetzung aus Wikingern und Pilgern) war ein toller Abschluss. Dort von einem Saami Kehlgesang gelernt - super gut.
- der überraschende und brutale intime-Tod einer wichtigen Plotfigur vor den Augen aller Spieler
- Gänsehautmoment: das große Geständnis der Lesath. Ich will niemanden verspoilern, aber wer es weiß, weiß es. ;)
- meine super fesche Zwergentruppe! Immer bereit für fragwürdige Aktionen und halsabschneiderische Handelsbeziehung ;)


Wer hätte gedacht, dass Elben Knackwurst mögen? Bild von Aglarion
"Hier ist alles grün, bäh." Bild von Nummi

Das klassische Duell: Ork gegen Zwerg. Danke an meinen Gegner! Bild von Rheinlinsen

No orcs were harmed in the making of this picture. ;) Bild von Rheinlinsen

 

Bild von Fluff



Samstag, 2. Mai 2015

Färbungen mit Blauholz und Annattosaat - und sonstige beispielhafte Kleinigkeiten aus dem Färbetopf

Ich färb ja bekanntlich ganz gern. Neulich landete etwas nicht so sehr historisches in meinem Färbetopf, zwei Exoten in meinem sonst historisch geprägten Färbegebiet, sozusagen. Blauholz und Annattosamen gab's im Topf.

Blauholz
Bezugsquelle: Das Wollschaf, 1,40€/100g
zu erwartende Farbe: blau bis violett
Ergebnis: dunkler Flieder-Ton bis dunkles Violett, Veilchenblau (unten links, leichte Indigovorfärbung)
in dieser Flotte: 100 g, grobe Raspel/Splitter
Wolle in dieser Flotte: 900 g (à 100g) in neun (!) Zügen
Vorbeize: Alaun 15%
Vorgehensweise: zwei Tage in reichlich Wasser eingeweicht, 1 h aufgekocht, abgeseiht, 1 h pro Zug Wolle mitgeköchelt. Gründlich (das Zeug ist unglaublich abfärbend!) mehrmals auswaschen mit Wollwaschmittel, Pflege und Fixierung mit Essig.

Was war das Blauholz für eine Überraschung. Ich wusste, es sollte ergiebig sein, manche Blogs sprachen von 4 bis 5 Zügen bei 100%. HA! Neun Züge waren es - und immer noch Farbe in der Flotte. Ich hätte noch zwei oder drei machen können für einen blasseren Flieder-Ton, aber mir ging die Wolle aus. o.O
Diesmal waren auch nicht nur 1/1-Dochtgarne, sondern auch 12/4 und 8/3-Garne dabei, mit denen sich in verschlungeneren Stichen wunderbar nadelbinden lässt, siehte z.B. das Indigo-Bild.




Annatto-/Orléansstrauchsamen
Bezugsquelle: Das Wollschaf, 1,60€/100g
zu erwartende Farbe: currygelb bis rost-orange
Farbergebnis: currugelb bis leuchtend orange
in dieser Flotte: 100g, zu Pampe gemahlen
Wolle in dieser Flotte: 200 g (à 100g) in zwei Zügen
Vorbeize: Alaun 15%
Vorgehensweise: ganze Samen über Nacht in Wasser aufgeweicht, am nächsten Tag zu grober Pampe zerstoßen und für 1 h aufgekocht. Pro Zug 1 h mit Färbegut köcheln lassen. Auswaschen mit Wollwaschmittel, Pflege mit Essig





Sonstige Färbungen der letzten Zeit:

Späte Indigo-Züge

Reseda mit Indigoüberfärbung

Reseda mit Indigoüberfärbung in versch. Zügen

Krapp 1. Zug und Krapp 2. mit etwas gelber Zwiebel


Spaßig war es auch, endlich die Rainfarn-Krapp-Wolle vom letzten Jahr zu Handschuhen zu verarbeiten und das Muster zu begutachten. Teilfärbung durch reinhängen werd ich in Zukunft häufiger machen, für den schönen Effekt.





Donnerstag, 23. April 2015

NSC-Gedöns



Für einen NSC-Einsatz auf einer Con in Thüringen am vorletzten Wochenende hab ich spontan noch einen Überwurf, einen Buckler und einen Rabenschnabel gebaut. Ich hab einen Räuber gespielt, hat also gut gepasst. Das "Ehre dem Grafen!" war so, wie ich mir meine gelegentlichen Wald-und-Wiesen-Fantasycons wünsche. Low Fantasy, realistischer Plot, schönes Gelände (Thüringer Wald bei Gotha), angenehme SCs mit konsequentem Charakterspiel, keine Gewandungs- und Spielausfälle, weitestgehend gutes Wetter, eine nette und eifrige NSC-Truppe unter meinem Kommando, epischer Tod am Ende. ;)

Der Überwurf ist ein wenig einigen Klamotten aus Game of Thrones nachempfunden, irgendwie eine Mischung aus dem Waffelpiqué des Nordens bzw. der Tunika von Bronn (hier auch schon von Mimin nachgeschneidert) und den Greyjoy-Klamotten. Die Schnitt ist einfach nur eine ärmellose Tunika aus Baumwollmolton, darüber eine ärmellose Tunika aus besagtem (Baumwoll-)Waffelpiqué. Super toller Stoff übrigens, nur schade, dass es Baumwolle ist - das zieht so unangenehm viel Feuchtigkeit. Man beachte: der Ausschnitt des Molton-Teils hat den typischen überlappenden Schnitt mit Bändchen wie viele Klamotten in Westeros. Beide Stoffe sind mit Simplicol Textil gefärbt, in schwarz, mit mehr als der angemessenen Menge Stoff, was ein schönes Graublau ergab - meine Wunschfarbe und das, was üblicherweise bei Schwarz von Simplicol rauskommt, wenn man zu gering dosiert, was ich mir gern zunutze mache.

Großer Fokus lag auf der Verranzung.
1. aufrauen mit Brotmesser, Drahtbürste und Co.
2. leichtes Abbürsten mit verdünnter Bleiche, Acrylfarben-Wash aus Braun und Schwarz an Säumen und relevanten Stellen
3. krustige Blut- und Dreckflecken aus unverdünnter Acrylfarbe. Die Schlammflecken und -spritzer sind tatsächlich Acrylfarben in einem hellen Braunton (60/30/10% in weiß/braun/gelb), die ich grob aufgetupft hab. Blut ist grob 70/25/5% rot/braun/schwarz.
4. Schwarze Schuhcreme von Erdal als Generalverdeckung obendrüber, mit einer feinen Schuhbürste eingerieben. Toller Effekt auf dem Piqué- und riecht gut. ;)




Bambusschalen-Buckler
Ich wurde schon wiederholt danach gefragt, daher hier eine Anleitung.
Grob hab ich die Idee von dieser Seite übernommen, wollte sie aber larptauglich machen. Ich hab dann sogar zufällig noch genau so eine Schale bei mir gefunden (in der kleinen Variante) und konnte nicht an mich halten, es gleich auszuprobieren.
1. Optional: Man kann eine Aussparung für den Buckel einschneiden. Geht sehr einfach mit einem Cutter.
2. Schale abschleifen und Kanten abrunden, Griff anpassen (und schon mal Leder fertig drumkleben, geht später nicht mehr so einfach)
3. Innenseite mit preiswertem Stoff ausleimen, für mehr Stabilität. Ich hab eine alte Mytholon-Baumwolltunika zerschnitten und mit Pattex gearbeitet.
4. Griff einschrauben/einkleben
5. Hauptschicht Schaumstoff vorn kleben und an den Kanten angemessen abrunden
6. Latexen oder mit Leder/Stoff bekleben (Pattex). Ich hab ein dünnes Hirschleder in einem gräulichen Antikbraun gewählt und es hinterher schön gefettet.

TADAAAA! Fertig ist der billige, kleine Buckler aus einer billigen IKEA-Bambusschale. Wenige Stunden Arbeit, bisher war er auch stabil genug. Im Gegensatz zur gelatexten Variante gleiten die Waffen am Leder gut ab, was den Kampf damit ganz komfortabel macht. Der Durchmesser liegt bei 31 cm.





Rabenschnabel
Tja, ein kleines, gemeines Rabenschnäbelchen halt. Nur knapp 50 cm lang, Sandwich-Bauweise, gelatext mit Pinseln und Schwämmchen, altes Couchleder (danke, Lennart ;) als Griffwicklung. Ist, bis auf den Schnabelteil (zu pickelig), ganz gut gelungen, find ich. Auf jeden Fall hatte ich Spaß damit und freu mich, mal eine Waffe in wirklich realistischen Maßen hinbekommen zu haben.

Vorbild für den Rabenschnabel aus "Chivalry"




Die Gesamtkombination sah dann beim Einsatz auf dem EdG so aus.


Sonntag, 15. Februar 2015

Puukko


Da ich momentan viel Spaß am Messern hab, es eine tolle Entspannungsbeschäftigung neben der Bachelorarbeit ist und ich eine gute Freundin, die ein Jahr in Finnland verbracht hat, überraschen will, gibt's diesmal ein beinahe richtiges Puukko.
Beinahe, weil ich tatsächlich keine Ahnung hab, worauf es beim Puukko WIRKLICH ankommt, ich bin schließlich kein Finne und probier mich nur aus, daher weise ich irgendwelche Authentizitätszuordnungen von mir. Aber ich weiß so viel: die Scheide dazu, in die auch ziemlich viel Zeit geht, nennt man "tuppi" und sie hat traditionell ein Holzinlet für die Klinge, hab ich hier auch gemacht. Dabei ist der Grat im Klingenbereich, über den das Leder nassgeformt wurde, so gewollt und eine nicht unübliche Verzierung. Sitzt durch die Nassformung perfekt und klickt beim Einstecken, wie es sein soll.

Wie man ein tuppi herstellt, kann man hier sehen (auf Finnisch, aber die Bilder sagen eigentlich alles):
Tupen tekoa

Gesamtlänge: 15 cm
Klinge - Lauri Carbon 60 mm, eingeklebt mit Uhu endfest 300
Zwinge: Messing 2 mm, angelötet
Holz: Nuss-Maser, vermutl. Wurzel
Bein: Hirschgeweih-Ringabschnitte
Lederscheiben: Blankleder Rind 2 mm
Tuppi-Holzinlet: Birke, 1 Jahr getrocknet
Scheidenleder: dt., veg. Blankleder Rind 2 mm, wassergeformt
Finish Messer & Scheide: Bienenwachs/Leinöl-Mix, heiß eingerieben

Samstag, 14. Februar 2015

Nach dem Thing ist vor dem Thing



Der Winterthing des Großen Heeres war Anfang Januar, aber ich zehre immer noch von den schönen Erfahrungen, auch, wenn der Beutel voll Gold schon wieder "Ein Beutel voll nichts" ist... ja, schöne Grüße an Morvyn, Skaldin des Heeres 2015! ;)
Ich hatte ein schlammiges und nasses, aber auch sehr ambientiges, schönes und ertragreiches Wochenende, danke dafür an die Orga, die Spieler und alle anderen Beteiligten.

Der Markt lief für mich auch sehr gut und ich konnte sehen, was bei LARP-Wikingern besonders gut ankam, denn da bestehen ja teilweise noch unterschiedliche Kaufbedürfnisse als bei Reenactern. Meine naturgefärbten Sachen, insbesondere die 1/1-Dochtwolle, wie sie von vielen zum Nadelbinden verwendet wird, wurde mir regelrecht aus den Händen gerissen und kam, in den vielen Tönen, die ich da hatte (von Krapprot und -orange über Birkengelb, birkengrün, Reseda/Indigo-Grün bis Indigoblau, Eichenrindenbraun, Walnussbraun uvm.).
Meine Naalbindingnadeln aus schönen Hölzern (Birne, Eibe, Mooreiche, Zwetschge, Nuss) gingen auch alle weg, viele wollten Naalbindingtipps, die Technik scheint also im Heer im besonderen gefragt zu sein. Bei den Web-, Näh- und Stickgarnen, sowie den Stoffen, haben sich dagegen eher die Reenactors vom Dienst bedient, auch einiges an Kupfer-, Bronze- und Silberschmuck aus den Händen eines Kumpels ging weg, für den ich ein paar Stücke mitgenommen hatte. Selbst gekauft hab ich tatsächlich nur eine schöne Handwaage für's zukünftige Handelsspiel und eine neue Wollhose, die mir auf dem darauffolgenden Wochenende gleich prima Dienste leistete in der kalten Sächsischen Schweiz. Aber seht selbst...




 Selbst mit vier Tuniken, drei davon aus Wolle, war es auf dem Großen Teichstein noch sehr zugig...



Fest steht: in Zukunft überleg ich es mir zwei Mal, ob ich in A-Schuhen und 10-kg-Kettenhemd einen verdammt Berg hochkraxel! Aber es war sonst entspannt, schöne Landschaft und wenig spannender Plot, typisch sächsisches LARP eben.

In den nächsten zwei Wochen gibt's hier nur noch ein Bisschen Messerkam, denn neben der Bachelorarbeit hab ich aktuell wenig Zeit zum Basteln, leider. Sobald die im März durch ist, wird wieder gefärbt und gebastelt wie wild, denn die Saison fängt bald wieder an und ich möchte den Marktstand ausbauen. Im Oktober hab ich auf einer Con noch eine NSC-Handwerkerdarstellung im Slawendorf, dafür braucht's auch noch einiges.

Dienstag, 3. Februar 2015

Apfelmesserchen



Vorgestern das Messerchen fertig gemacht, gestern die passende Lederscheide dazu.

Wieder eine Lauri-Klinge, diesmal Carbon 60 (heißt: 60 mm Länge), also sehr klein, mit Epoxy in einem Griff aus Apfelholz, Blanklederscheiben und Hirschgeweih befestigt, hinten mit Messingnägeln fixiert.

Die Scheide ist wassergeformt und aus vegetabil gegerbtem Rindsleder (2 mm) aus deutscher Herstellung. Natürlich ordentlich mit Leinengarn im Sattlerstich vernäht, mit eingesetzter Schneidlage und, wie auch das Messer, mit meiner Lieblingspflegemischung für Holz und Leder aus Bienenwachs und Leinöl warm eingelassen. Die Scheide ist dadurch der sehr robust und hält die Form ganz wunderbar. Ich hab mich erstmal gegen Messingbeschläge entschieden (wie bei Wikingermesserscheiden üblich), weil es doch eher ein einfaches Messer aus einfachen Materialien ist.

Tatsächlich hab ich das Messer nur gemacht, weil ich Bock drauf hatte, und nicht, weil ich es für einen Charakter brauche. ;D Mit einer Gesamtlänge von 15,5 cm ist es auch eher klein und was schnuckeliges als Fibelanhänger zum Alltagsgebrauch.

Sonntag, 4. Januar 2015

Borten, Bänder und Perlen



Winterthing-Werkelwahn!
Skjoldehamn-Klamotte muss fertig werden. Stand muss bestückt werden. AAAH!

Die ersten Borten sind vom Webgerät gesprungen, sind gar nicht schlecht geworden für die ersten.
Deutlich besser als die Kammborten mit der Gürtel-Anbindtechnik auf jeden Fall.
Links: Skjoldehamn-Zierborte der Obertunika in der Aufteilung rot (5), gelb (3), blau (3), gelb (3), rot (10), blau (8), rot (8) nach Dan Løvlid. 15/2-Garn in Krapp, Birke und Indigo.
Rechts: spontan aufgezogen aus Krapp, naturweiß und Walnuss, auch nett geworden, etwa 1,60 m lang.

Auch mit den Fischgratmuster-Zierbändern und dem geflochtenem Gürtel geht es voran. Zwei Bänder sind fertig, für den langen Gürtel musste ich allerdings eine Art Mini-Gewichtswebstuhl bauen, sodass mir die 24 Bänder nicht ständig durcheinanderkommen. Vorhandstange vom Schrank + GFK-Stab (vom Larpwaffenbau), Eisstiele, Panzertape und dicke Unterlegscheiben halfen ganz gut.




Außerdem hab ich noch vier angefangene Messer rumliegen, die bis zum 8. noch Griffe brauchen. Nanus- und Lauri-Klingen, 6 - 9,5 cm, mit Griffen aus Mooreiche, Eibe, Apfelholz, Messing, Leder und Hirschgeweih. Wenn morgen noch mein bestellter, großer Bernstein kommt, bekommt ein Griff eine Bernstein-Einlage. Aus den Griffholzresten schnitze ich immer gern Nadeln, gerade Obstholz macht sich da toll und Apfel ist einfach wunderschön.

Außerdem wurden noch rund 40 Wikingerperlen fertig, meist nach historischen Vorbildern, z.B. blau-weiße Augenperlen aus Kaupang, eine hiberno-nordische Fünfeckperle, eine doppelkonische Haithabu-Perle, Birka-Perlen mit Zickzackmuster, norwegische Perlen mit Spiralmuster (inkl. Walzenperle) oder die überall beliebten Segment- und Melonenperlen. Campingaz-Lötlampe ftw.