Montag, 29. Dezember 2014

Bandweben



Ich kann's nicht glauben. Mein total verkackter Bandwebstuhl Modell "Kannstnix", den ich im Laufe des Nachmittags zusammengezimmert hab, hält tatsächlich eine Kette und ist arbeitsfähig.
Eigentlich sollte der ja total hübsch werden, aber da ich nur eine normale Bohrmaschine hab, hab ich's mit den Forstnerbohrern schön verkackt, gerade Löcher zu machen, woraufhin jetzt die Holzstäbe schief sind, nachdem ich sie mehr oder weniger vorsichtig eingeklopft hab. Aber ich hab mir mit Gummibändern beholfen, sodass nix rutscht und jetzt, nach sagenhaften 1,5 Stunden (und ca. 2 Stunden Testweberei mit einer kurzen Kette), ist die richtige Kette auch komplett aufgezogen.

Dankbarerweise ist es kein kompliziertes Muster, sondern nur die Skjoldehamn-Saumborte in Kettripstechnik von Tunika und Hose. 15/2-Wollgarn (das leider ein wenig klettet), von mir gefärbt in Krapprot, Birkengelb und Indigoblau. Ich hab mich an die originale Zahl und Aufteilung der Kettfäden gehalten, was aber das Problem in sich birgt, dass sie gerade ist und somit nicht an beiden Enden eine Litze sitzt. Muss man also leider beim Weben etwas mehr aufpassen, wenn man die Fächer öffnet, sonst kommt man durcheinander.
Die Aufteilung von oben nach unten lt. Dan Løvlid:
bräunlich (5), gold (3), grün 3), gold (3), bräunlich (10), grün (8), bräunlich (8) - was gern als rot, gelb und blau interpretiert wird, wie ich es auch getan habe, ebenso wie in der gezeigten Rekonstruktion.


Quelle der Rekonstruktions-Bilder: Vestraalen.info

Hier die Anleitung zum Bandwebstuhl: Strick17
Eine Anleitung zum Aufziehen einer Kette auf einem Bandwebgerät: How to Warp and Weave on the Schacht Inkle Loom

Ich hab ebenso Buchenleimholz 80x30 benutzt (1,8 cm dick), Buchenrundstäbe von 2 und 3 cm Durchmesser, eine Stockschraube mit Flügelmutter und ein paar Schrauben mit Senkkopf, Dübel und Holzleim zum Zusammenbauen. Praktischerweise konnte ich daran meine neue Kreissäge austesten, die mein aktuellster Werkstattzugang ist. Es ist eine uralte Stark TGL 250 M, die so gar nicht mehr verkauft wird. Aber sie zieht noch ordentlich durch, was ja die Hauptsache ist. Ich freu mich jetzt schon auf die ersten Fingerverluste.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Dvergr stellt sich vor

Hallo liebe eventuell zukünftige Leser!

Bevor meine eigene Webpage fertig ist, werde ich diesen Blog hier nutzen, um mein Handwerk vorzustellen.

Ich bin Studentin, Mitte 20 und lebe in der schönsten deutschen Stadt für Träumer und Kreative - Leipzig! Hier kam ich 2010 zum Rollenspiel, 2012 zum LARP und bald darauf zum Reenactment/Living History. In meiner kleinen Kellerwerkstatt und meinem WG-Zimmer bastel ich fröhlich vor mich hin, manchmal auch ein Bisschen nach Wunsch, wenn jemand was sucht. Wenn dir also etwas bestimmtes gefällt - frag einfach. :)

Was heißt überhaupt "Dvergatal"?
Es ist der Teil der Edda, in der die Zwerge der nordischen Mythologie aufgezählt werden. Der Bezug zur nordischen Mythologie in Komibination mit dem Thema Zwerge schien mir einfach perfekt. Die fleißigen, perfektionistischen Handwerker unter Tage sind ein handwerkliches Vorbild für mich als notorisch bastelverrücktes Kellerkind und entsprechen mir auch charakterlich sehr, was bisher jeder bestätigen konnte, der mich getroffen hat. Noch dazu: nordische Mythologie, yeah!
Wikipedia: Dvergatal

Was ich bespiele/bebastele, was mich interessiert:

- Wikingerzeit! Ich stelle im LARP eine Schwedin des Jhd. (allerdings in Männerkleidung) und im Reenactment eine Norwegerin nach Skjoldehamn-Vorbild dar, mit Ergänzungsfunden aus Südnorwegen und Haithabu gegen Ende des 10. Jhd.
- Zwerge! Ob jetzt nun Fantasy-Literatur/-Film, nordische Mythologie oder hiesige Sagengestalten... Count me in! Es war mein erster PnP-Charakter und auch im LARP begann ich mit dem Zwergenspiel. Mittlerweile bin ich Organisator eines Zwergenviertels auf einem sehr großen LARP-Event und berate gern Neulinge.
- Dreißigjähriger Krieg - ich bespiele eine Marketenderin nach dem Vorbild der Mutter Courage.
- Spätmittelalter - ein anglo-walisischer Langbogenschütze gegen Ende des 14. Jhd. ist in Arbeit.

Was du, lieber Leser, ab sofort hier finden kannst:

- ganz allgemein: Dokumentationen und Anleitungen zu Handwerksdingen, historisch und fantastisch
- Naturfärbung
- Naalbinding und ähnliches
- Arbeiten mit Holz, Knochen/Bein/Horn, Bernstein, Metall, Speckstein, Leder u.a.
- Glasperlendrehen
- Gewandungen und Ausstattung für LARP und Living History
- Bau von spezifischem LARP-Equipment (wie Latexwaffen) und Props
- Tipps, Tricks, Anleitungen, Tutorials
- ... was sonst noch so anfällt ;) Museumsbesuche, Recherchen, Werkelpläne, Werkzeugerungenschaften, Werkstatteinrichtung usw.

Auf meinem deviantart-Account finden sich schon viele Dinge, die ich in den letzten Jahren gewerkelt habe, einfach mal reinklicken:

tanjaESK @ deviantart

Wenn du mich kontaktieren möchtest, schreib mir gern einen Kommentar oder eine Mail (dvergatalshop@gmail.com - man sieht, wo ich mal irgendwann mit meiner Werkelei hinmöchte), ich freu mich über Feedback.

Auf ein neues also, viel Erfolg beim eventuellen Verfolgen meines Bastelwahns!